Hamburg: RH-Veranstaltung zu Hans Litten, Anwalt der Roten Hilfe Deutschland

Wir möchten euch auf eine aktuelle Rote Hilfe-Veranstaltung am 04.02.2008 in Hamburg hinweisen und dokumentieren hier die Veranstaltungsankündigung der Roten Hilfe Hamburg und des Hans-Litten-Archivs:


Wider das Vergessen …
… in Erinnerung an die Rechtsanwälte der Roten Hilfe in der Weimarer Republik

Liebe Genossinnen und Genossen, wir wollen Euch ganz herzlich zu einem geschichtsträchtigen Abend in unser Café im Internationalen Zentrum B5 einladen. Wir möchten gemeinsam einen Blick zurück in die Geschichte werfen und das Leben des Rechtsanwaltes der Roten Hilfe Hans Litten betrachten.

Hans Litten, geboren 1903 und Anwalt der Roten Hilfe, verteidigte hauptsächlich kommunistische Arbeiter, die wegen ihrer politischen Überzeugung und ihres Kampfes gegen die Nationalsozialisten verhaftet wurden. Nach Abschluss seines Jurastudiums 1928 lehnte Litten die Angebote renommierter Kanzleien ab, um im Namen der proletarischen Selbsthilfeorganisation Rote Hilfe die Verteidigung politisch verfolgter Arbeiter zu übernehmen. Berühmtheit erlangte Hans Litten durch seine großen Prozesse. 1929 stellte Hans Litten Anzeige gegen den damaligen Berliner Polizeipräsidenten Zörgiebel – wegen Anstiftung zum Mord in 33 Fällen. Wegen Zörgiebels allgemeinen Verbotes politischer Veranstaltungen wurden bei der Auflösung der 1.-Mai-Demonstration in Berlin 33 Menschen getötet und Hunderte verletzt. Trotz Littens hartnäckiger Bemühungen hatte die Anzeige für Zörgiebel keine Konsequenzen. Eine seiner Losungen lautete: „In politischen Prozessen widerspricht die Aufklärung der Hintergründe häufig dem Interesse der herrschenden Klasse.“ Dann wurde Litten als „Mann, der Hitler in die Enge trieb“ bekannt, weil es ihm1931 gelang, den Führer der faschistischen NSDAP beim Prozess um einen SA-Überfall auf den Berliner „Tanzpalast Eden“ als Zeugen vorzuladen. Im Verhör wies Litten nach, daß der SA-Terror trotz aller Legalitätsschwüre einer planmäßigen Taktik Hitlers zur Destabilisierung der Weimarer Republik entsprang. Nach Morddrohungen in der faschistischen Presse stellte die Rote Hilfe Litten Arbeiter als Leibwächter zur Verfügung. Als ihm Genossen nach der faschistischen Machtübernahme zur Flucht rieten, erklärte Litten: „Die Millionen Arbeiter können nicht heraus, also muß ich auch hier bleiben.“ Doch Hitler hatte den Mann, der ihn einst vor Gericht bloßstellte, nicht vergessen: Bereits am 28. Februar 1933, dem Morgen nach dem Reichstagsbrand, wurde er in „Schutzhaft“ genommen. In den nächsten fünf Jahren folgte ein schwerer Leidensweg durch verschiedene Zuchthäuser und Konzentrationslager, bis Litten in der Nacht zum 5. Februar 1938 im KZ Dachau von den SS-Schergen in den Selbstmord getrieben wurde.

Film- und Diskussionsveranstaltung Hans Litten – der „Anwalt der Arbeiter“
Montag, 4. Februar 2008
mit Rechtsanwalt und Autor Dr. Heinz-Jürgen Schneider
Beginn 20.00 Uhr, Essen ab 19.30 Uhr im Rote-Hilfe-Café in der B5, Brigittenstraße 5, St. Pauli

Wir würden uns sehr freuen, Euch begrüßen zu dürfen!

Eure OG Hamburg der Roten Hilfe e.V. und das Hans-Litten-Archiv e.V.