Neue Adresse der Roten Hilfe Ortsgruppe Greifswald!

Ab sofort ist unsere Ortsgruppe unter folgender Adresse zu erreichen:
Rote Hilfe Greifswald
c/o IKuWo
Goethestraße 1
17489 Greifswald

Unsere Email-Adresse und Homepage bleiben natürlich die alten. ;)

Warum das Ganze?

Die Rote Hilfe hat vom Jugendamt der Stadt Greifswald für das Jugendzentrum Klex ein „Postfachverbot“ erhalten. – So merkwürdig das auch klingen mag, aber so verrückte Sachen macht die Stadt Greifswald tatsächlich. Das heißt konkret, daß wir kein Postfach mehr im Klex bereithalten dürfen und auch auf unserer Homepage die Adresse entsprechend ändern sollen. Den genauen Wortlaut könnt ihr dem Schreiben des Jugendamtes an den Stadtjugendring entnehmen, das ihr hier als pdf runterladen könnt.

Zum Hintergrund: Vor einigen Wochen waren GenossInnen von der Freien Deutschen Jugend (FDJ) zu Besuch in Greifswald, um vor Schulen über die Bundeswehr aufzuklären und vor dem örtlichen Rekrutierungsbüro im Arbeitsamt zu demonstrieren. Für die konservative Klientel in der Stadt war dies offenbar ein Anlaß für großes Tamtam hinter den Kulissen, wo Ordnungsamt, Polizei, Jugendamt etc. für gut zwei Wochen in Trab gehalten wurden. Wenig später (die FDJ-GenossInnen waren längst wieder zu Hause) wurde in der hiesigen Ostsee Zeitung (übrigens ein Regionalblättchen des Springer-Konzerns) ein Hetzartikel (siehe hier) veröffentlicht, in dem über die FDJ hergefallen wurde und auch die Rote Hilfe (auf welch verschlungenen Gedankenwegen des Herrn Oberdörfer auch immer) ins Visier genommen wurde.

Im Zusammenhang mit dem OZ-Artikel gab es dann auch entsprechende Ankündigungen des Dezernenten für Jugend, Soziales, Bildung, Kultur und öffentliche Ordnung, Ulf Dembski (SPD), daß er auf Druck des CDU-Koalitionspartners hier einschreiten müsse und ein Postfachverbot gegen die Rote Hilfe veranlassen werde. Also ist dem Stadtjugendring (SJR), dem Träger des Klex, schließlich am 14.10.2008 ein entsprechendes Schreiben zugegangen, daß der Roten Hilfe wegen angeblich fehlendem Bezug zur Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit untersagt werden solle, weiterhin eine Postfachadresse im Klex zu haben. Klar ist aber, daß es um Fragen zur Jugendarbeit nie wirklich ging, sondern einzig um den politischen Druck seitens des Greifswalder CDU-Sumpfes, dem scheinbar alles Linke ein Graus ist. In einem persönlichen Gespräch mit den Verantwortlichen des Jugendamtes Ende 2006, zu dem wir und der Vorstand des Stadtjugendrings Greifswald eingeladen waren, wurde uns damals mitgeteilt, daß das Jugendamt keinerlei Einwände habe, daß wir als Verein im Klex ein Postfach haben. Eine Prüfung unserer Satzung und unserer bundesweiten Internetseite www.rote-hilfe.de habe nichts ergeben, was problematisch sein könnte. Was sich an dieser Jugendamtsfeststellung in den letzten 2 Jahren geändert haben sollte, ist uns jedenfalls schleierhaft. Wir machen als linker Solidaritätsverein jedenfalls immer noch dasselbe wie ehedem: Menschen, die aufgrund ihrer politischen Aktivitäten (z.B. Teilnahme an antifaschistischen Demonstrationen, an CASTOR-Protesten oder an Anti-G8-Blockaden) Strafverfahren erhalten, finanziell und politisch zu unterstützen, sowie durch öffentliche Veranstaltungen über Verhaltensregeln auf Demonstrationen, über Überwachungsmaßnahmen (z.B. Vorratsdatenspeicherung und Onlinedurchsuchung) über und Gesetzesverschärfungen (z.B. dem aktuellen Sicherheits- und Ordnungsgesetz in MV) zu informieren. Naja, ein Blick auf unser Archiv hier auf der Seite zeigt ja vieles, was wir so machen und worüber wir informieren.

Die formalen Gründe des Jugendamtes sind ganz offensichtlich vorgeschoben, wo es doch um politische Gründe geht: Und hier geht der Druck von der hiesigen CDU-Kamarilla aus, die offenbar meint, daß kritische, linke Gruppen in „ihrer“ Stadt nichts verloren hätten. Das werden viele in Greifswald so sicher nicht sehen, denn nicht ohne Grund ist Greifswald im Vergleich zum schwarz-braunen Umland ein kleines Leuchtfeuer der Weltoffenheit und Toleranz – und das ist auch gut so!

Nun, ganz alleine steht die CDU aber in der Tat nicht mit ihrer Position da, denn auch andere Rechte aus Stadt um Umland hetzen seit Jahren gegen linke Initiativen und Vereine. So veröffentlichte im Herbst 2006 die Greifswalder Nazi-Postille „Greifswalder Bote“ (wird flächendeckend in Greifswald in unregelmäßigen Abständen in den Briefkästen verteilt, herausgegeben von den Freien Kameradschaften in Vorpommern), daß im Klex, im Pariser und im IKuWo mit städtischen Geldern „linke Schmierfinken“ gehätschelt würden; in diesem Zusammenhang erschien im rechten Internetportal „Altermedia/Störtebeker Info“, das von einem bekannten Nazi aus Stralsund betrieben wird, ein ähnlich gelagerter Artikel, in dem (neben anderen Initiativen) explizit die Rote Hilfe aufgeführt wurde. (Siehe beiliegende pdf; die Stadt kam damals den Rechtsextremen übrigens in der Form entgegen, daß der „Likedeeler“ in der Tat nicht mehr in der Stadtbibilothek ausgelegt werden durfte.) Es sollte der hiesigen CDU schon zu denken geben, mit wem sie da letztlich am gemeinsamen Strang zieht.

Naja, jedenfalls haben wir jetzt ein neues Postfach beim IKuWo erhalten, worüber wir künftig erreichbar sind. Mal schauen, was die Stadt (und im Hintergrund die CDU-Granden) noch so alles für Späßken bereithält. Wir werden jedenfalls unsere Arbeit weiterbetreiben wie bisher und warten mal auf die Wogen bei der nächsten FDJ-Aktion. ;)