Berlin: „Siempre Antifascista“-Kongreß am 14. November

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Aktionstag und Kongreß: Siempre Antifascista!

Am 14.11.2008 findet in Berlin im Haus der Demokratie eine internationale Antifa-Konferenz statt, wo GenossInnen aus verschiedenen europäischen Ländern (u.a. aus dem Spanischen Staat, aus Polen, aus Tschechien, aus Schweden und aus Italien) über die dortigen rechtsextremen Bewegungen berichten werden, aber auch über die jeweilige antifaschistische Organisierung vor Ort.
Hintergrund der Konferenz, die von der NEA (North East Antifascists) aus Berlin initiiert wurde, bilden die immer aggressiveren Nazi-Übergriffe in vielen Ländern Europas. In Deutschland ist es in den vergangenen Jahren immer wieder zu rechtsxtremen Morden und Mordversuchen gekommen. Besonders besorgniserregend ist die Situation aber in Mittelost- und Osteuropa, wo in den letzten Jahren dutzende von faschistischen Morden zu beklagen waren. Ziele der diversen faschistischen und rechtsextremen Gruppen sind dabei MigrantInnen und andere ethnische Minderheiten, aber auch Personen, die seitens der AngreiferInnen einer politischen Linken oder linken Subkulturen zugerechnet werden. Gerade in Rußland kommt es landesweit mehrmals wöchentlich zu faschistischen Mordangriffen (allein über 80 Morde schon in diesem Jahr!): mal werden Menschen sog. „kaukasischer Herkunft“ (v.a. ArmenierInnen, GeorgierInnen, TschetschenInnen, AzerbaidjanerInnen) am hellichten Tage auf belebten Plätzen mit Messern zu Tode gestochen, mal trifft es Punks und linke Subkulturelle auf dem Nachhauseweg aus einem Szenetreff, mal werden linke Camps angegriffen und AktivistInnen gezielt mit Messern und Knüppeln zu Tode gebracht. Gerade in Rußland zeigt sich eine eindeutig eliminatorische Mordkampagne, wo die Vernichtung ganzer Bevölkerungsgruppen auf der Agenda der Nazi-Bewegung steht. – Viel davon bekommt mensch in Mitteleuropa nicht mit, da die Opfer und ihre Angehörigen meist keine mediale Plattform haben und Miliz sowie offizielle Medien gerne den Mantel des Schweigens darüberlegen. Einige Meldungen erreichen aber auch Deutschland, so z.B. als vor einiger Zeit ein AntiAtom-Camp in Sibirien von Nazis regelrecht dem Erdboden gleichgemacht und ein linker Aktivist während dieses Angriffs getötet wurde

Aber auch in unseren direkten Nachbarländern Polen und Tschechien hat sich eine extrem brutale Nazi-Szene entwickelt, die beste Kontakte zu deutschen Nazis pflegt. Auch hier wird vor gezielten politischen Morden nicht halt gemacht. Ihre Opfer sind v.a. MigrantInnen und Roma, Schwule und Linke. Gedeckt werden diese Mordaktionen durch eine oftmals reaktionäre Polizei und Justiz, die die Morde als unpolitischen „Hooliganismus“ abtut und durch milde Strafen und Verfahrenseinstellungen die Rechtsextremen noch weiter ermutigt. Antikommunismus und Homophobie stellen zudem ein Bindeglied zu rechtskonservativen Kreisen dar, was z.B. alljährlich bei der Gay-Pride-Demonstration in Warschau sichtbar wird, wenn fundamentalistische katholische Gruppierungen Hand in Hand mit bekennenden NationalsozialistInnen DemonstratInnen mit physischer Gewalt attackieren.

Aber auch in Mittel- und Westeuropa gibt es seit einigen Jahren eine zunehmende Anzahl faschistischer Morde. Zu nennen wäre hier u.a. eine äußerst brutale Nazi-Szene in Norditalien, die – gedeckt durch die regierenden Rechtsparteien – gezielt Jagd auf Linke macht. Und im Spanischen Staat z.B. gab es nie wirklich einen Bruch mit dem Franco-Faschismus: die Eliten von damals tummeln sich heute in der erzkonservativen Partido Popular, der zweitgrößten Partei des Spanischen Staates. Im Windschatten von deren Mix aus düsterstem Katholizismus und völkischem spanischen Nationalismus agieren etliche militante Nazi-Bewegungen, die sich den rassistischen Kampf gegen nordafrikanische ArbeitsmigrantInnen sowie gegen linke AktivistInnen auf die Fahnen geschrieben haben.

Um die Ermordeten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, aber auch um auf die internationale Situation der faschistischen Bewegungen aufmerksam zu machen, wird es im Rahmen der Kampagne „Siempre Antifascista!“ am 11.11.2008 einen überregionalen Aktionstag für die Opfer rechter Gewalt geben und am 14.11.2008 eine internationale Antifa-Konferenz in Berlin. Die Kampagne wird durch ein Festival (14./15.11.2008) abgeschlossen, auf dem internationale Punk- und Ska-Bands spielen werden.

Mehr Infos zum Kongreß findet ihr unter www.siempreantifascista.tk.

In Gedenken an die Opfer der FaschistInnen!
Für eine starke internationale Antifabewegung!