Berlin: Am 13.01.2009 Arbeitsprozeß wegen Emmelys Verdachtskündigung

protest_bei_kaisers_emmely_bild_150.jpgWir dokumentieren einen Aufruf des Komitees „Solidarität mit Emmely“ anläßlich des bevorstehenden Prozesses am 13. Januar 2009 vor dem Landesarbeitsgericht Berlin (aktueller Flyer dazu als pdf zum Runterladen und Weiterverteilen). Gerade mittels sog. Verdachtskündigungen versuchen Großunternehmen aus dem Einzelhandel gewerkschaftlich aktive oder politisch aufmüpfige Angestellte zu feuern und zu kriminalisieren. Emmely ist kein Einzelfall! Das Komitee „Solidarität mit Emmely“ richtet sich daher prinzipiell gegen solche Art von Betriebsrepression.

Liebe Freundinnen und Freunde,

heute hat eine Gruppe solidarischer Personen eine kurze Aktion in der Kaiser’s-Filiale Bergmannstr./Kreuzberg gemacht. Eine große, böse Kaiser’s-Kanne drohte den PassantInnen mit Rauschmiss und Schlimmerem. In der Filiale wurden Flugblätter zur Information
über Emmelys Rausschmiss und den Skandal der Verdachtskündigung an KundInnen und Beschäftigte verteilt. Die Flugblätter wurden überwiegend interessiert entgegengenommen, vor allem von den Beschäftigten. Am Ende merkte der Marktleiter doch noch was und rief die Polizei, nachdem bereits alle Beteiligten den Laden verlassen hatten. Danach verteilte die Gruppe Flugblätter vor der Filiale.

Das freut uns selbstverständlich und zeigt, dass es ganz einfach ist, den Fall Emmely und den Skandal der Verdachtskündigung öffentlich zu machen. Wir wünschen uns viele solcher Aktionen.

Wir hoffen, dass Ihr auch tätig werden wollt und schicken mit dieser E-Mail eine Druckvorlage für ein Flugblatt mit. Ausdrucken! Kopieren! Verteilen! Der nächste Kaiser’s/Tengelmann
ist ganz nah! Das Weihnachtsgeschäft mit seinen Sonderöffnungzeiten eignet sich besonders gut für solche Einsätze.

Wer darüber hinaus tätig werden will findet Material auf http://emmely.org.

Emmely ist kein Einzelfall und Verdachtskündigungen Alltag für Arbeitsrechtler. Es ist geradezu typisch, dass die Verdachtskündigung gegen widerständige KollegInnen angewandt
wird. Sie ist das Instrument der Wahl, wenn ein Unternehmen einen Beschäftigten unbedingt los werden will. Wie etwa Emmely, die in ihrer Filiale den ver.di-Streik organisierte und sich dabei nicht einschüchtern ließ.

Das Komitee „Solidarität mit Emmely“ lädt daher ein zu Veranstaltung:

Verdacht und Strafe. Wie schützen wir widerständige KollegInnen?
am 6. Januar im Roten Salon der Volksbühne (Einlass ab 18:30, Beginn 19 Uhr)

Dort wollen wir mit Euch, betroffenen Kolleginnen und Kollegen und einem Anwalt diskutieren, wie sich von Verdachtskündigungen betroffene Kolleginnen wehren können. Es werden Videoclips gezeigt, die kanalB zum Fall Emmely gemacht hat.

Im Moment geht deren Kündigungsschutzklage gegen die Verdachtskündigung von Kaiser’s in die zweite Instanz. Der Termin des wahrscheinlich einzigen Prozesstages ist der

13. Januar um 10:30 in Raum 334, Landesarbeitsgericht Berlin, Magdeburger Platz 1

Das Komitee „Solidarität mit Emmely“ hat deswegen am Tatort eine Kundgebung angemeldet:

13. Januar, 9:30, Kundgebung gegen die Verdachtskündigung vor dem Landesarbeitsgericht Berlin, Magdeburger Platz 1

Die Kundgebung wird rechtzeitig enden, so dass die Teilnehmenden den Prozess von Emmely besuchen und sich aus erster Hand ein Urteil über das deutsche Arbeitsrecht bilden können.

Wir hoffen Euch und Eure Freunde bei der Veranstaltung und später bei der Kundgebung und im Prozess zu sehen.