PM – 1. Mai 2014 – Gewalttätiger Übergriff durch Bundespolizei am Rostocker Hauptbahnhof

Am frühen Abend des 1. Mai 2014 kam es am Rostocker Hauptbahnhof zu einem gewalttätigen Angriff mehrerer BundespolizistInnen auf eine friedliche Gruppe AntifaschistInnen, die auf ihren Zug wartete. Es gab in der Folge mehrere Verletzte und unter Schock stehende Personen. Die BeamtInnen verweigerten die Herausgabe von Dienstnummern und machen eine Strafverfolgung damit unmöglich.

Am 1. Mai 2014 kam es in Rostock zu Gegenprotesten gegen einen Aufmarsch der NPD. Die aus Vorpommern angereisten AntifaschistInnen versammelten sich nach Beendigung der Proteste um 18:40 am Gleis 3 des Rostocker Hbf mit dem Ziel um 19:00 in den Zug Richtung
Stralsund zu steigen und den Weg nach Hause anzutreten. Kurz vor Eintreffen des Zuges, gegen 18:50, versammelte sich eine größere Gruppe
BereitschaftspolizistInnen der Bundespolizei am Gleis. Kurze Zeit später fingen ca. 5-10 Uniformierte dieser Einheit ohne erkenntlichen Grund auf die wartende Menschengruppe einzuschlagen und versprühten größere Mengen Pfefferspray gezielt in die Gesichter. In der mittlerweile eng eingekesselten Gruppe brach Panik aus, SanitäterInnen mussten Verletzte behandeln während gleichzeitig die PolizeibeamtInnen weiter auf die Menschen einschlugen und diese anschrieen, dass sie den Bahnsteig verlassen sollen.

Der Grund für diese Prügelorgie war, wie sich später herausstellte, dass die Polizei kurzerhand die Nazis in Rostock-Kassebohm in einen Sonderzug gesteckt hatte, der just an diesem Gleis des Hauptbahnhofs eintreffen sollte.
Dies unglaublich gefährdende Vorhaben der anscheinend völlig konzept- und planlos agierenden Polizeiführung war den am Gleis wartenden Menschen allerdings nicht bewusst und wurde ihnen auch nicht mitgeteilt! Die Polizei hatte also vor den Bahnsteig für die etwa 300 Nazis zu räumen, es aber unterlassen den Menschen den Grund dafür mitzuteilen, sondern vorsorglich gleich mit Fäusten, Tritten und Pfefferspray agiert.
Die ca. 100 wartenden AntifaschistInnen musste noch bis 21:00 eingekesselt auf dem Bahnsteig ausharren, bevor sie endlich die Heimreise antreten konnten. Der Zug um 19:00 war den Nazis vorbehalten.
Die nach dem Vorfall erfolgte Aufforderung an die PolizistInnen ihre Dienstnummern zu nennen und die Frage nach dem Einsatzleiter wurden mit höhnischem Gelächter bzw. Schweigen beantwortet.
„PolizistInnen müssen ihre Dienstnummern Bürgern auf Nachfrage nennen“ so Susanne Ernst, Pressesprecherin der Roten Hilfe e.V. Greifswald, und führt weiter aus:
„Bei dem Vorfall am Rostocker Hauptbahnhof handelt es sich um einen klassischen Fall von rechtswidriger Polizeigewalt. Leider ist ein juristisches Vorgehen der Betroffenen, insbesondere der Verletzten, aufgrund der Anonymität der Uniformierten nahezu unmöglich. Eine individuelle Kennzeichnungspflicht der BeamtInnen, wie sie in anderen europäischen Staaten längst üblich ist, ist überfällig und würde den einen oder anderen gewaltaffinen Behelmten vielleicht dran hindern zuzuschlagen. Die Rote Hilfe e.V. fordert daher weiterhin eine individuelle Kennzeichnungspflicht für PolizistInnen!“
Auch wenn eine strafrechtliche Ermittlung wegen Körperverletzung höchstwahrscheinlich ergebnislos eingestellt werden würde denken einige der Betroffenen dennoch über eine Anzeige „gegen Unbekannt“ nach, damit dieser Vorfall nicht völlig in der Versenkung verschwindet.


2 Antworten auf „PM – 1. Mai 2014 – Gewalttätiger Übergriff durch Bundespolizei am Rostocker Hauptbahnhof“


  1. 1 1. Mai: Die Nazis haben verloren « Kombinat Fortschritt Pingback am 03. Mai 2014 um 19:55 Uhr
  2. 2 1. Mai: Die Nazis haben verloren | Kombinat - Fortschritt Pingback am 15. Mai 2014 um 0:25 Uhr
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