Archiv der Kategorie 'Freiheit für Andrea'

Eindrücke von der „Freiheit für Andrea!“-Demo

Auf der Soli-Demo am 08.03.2008 in Berlin, die unter dem Motto „Freiheit für Andrea“ auch am Frauenknast vorbeiführte, haben sich ungefähr 1.000 – 1.500 Leute beteiligt. (Die Zahlen schwanken da zwischen den BeobachterInnen etwas – ist aber letztlich auch nicht gar so wichtig.)

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Bilder von der Demo

Neben einer kämpferischen Demonstration gab es am Rande der Demo-Strecke immer wieder verschiedene Solidaritätsbekundungen, so u.a. das Herablassen eines ziemlich großen Transpis von einem Hochhaus.

Die Berliner Bullen hielten während der Demo weitgehend die Füße still, beanstandeten zeitweilig allerdings Winkelemente im Demoaufzug, die zuvor problemlos die polizeilichen Vorkontrollen passieren konnten. – Reine Schikane! Mensch kennt das ja zur Genüge.

Wie zu erwarten kam es aber nach Abschluß der Demo zu Übergriffen der Polizei auf abreisende linke AktivistInnen, wobei die Polizei Pfefferspray in eine vollbesetzte S-Bahn sprühte und auch einige Leute festnahm.

Ein paar Demoberichte findet ihr hier:
http://de.indymedia.org/2008/03/209946.shtml

Mehr Infos werden sicher auch in den kommenden Tagen unter http://www.freeandrea.de.vu zu finden sein.

Freiheit für Andrea – Knast-Demo am 8. März in Berlin!

free-andrea-transpi_bild_200Am 8. März findet in Berlin-Moabit eine Knastdemo zur Freilassung der Antifaschistin Andrea und aller anderen politischen Gefangenen statt. Andrea befindet sich seit dem 1. Dezember 2007 im Frauenknast in Haft. Wir wollen ihr mit dieser Demo Soli-Grüße schicken und außerdem die Kritik am Knast und den Umgang mit dem Knastsystem wieder stärker ins Bewußtsein der Linken tragen.
Die Demo beginnt um 14:00 Uhr am U-Bahnhof Eberswalder Straße.

Aus MV wird wieder per Wochenendticket gemeinsam nach Berlin gefahren. Abfahrzeiten sind am 08.03.2008:

ab Stralsund: 10:16h
ab Greifswald: 10:38h
ab Züssow: 10:55h
ab Anklam: 11:07h
Ankunft in Berlin Potsdamer Platz: 13:33h
von dort mit der U2 zum Eberswalder Platz

ab Neubrandenburg: 10:30h
ab Neustrelitz: 11:02h
Ankunft in Berlin Potsdamer Platz: 12:17h
von dort mit der U2 zum Eberswalder Platz

Mittlerweile gibt es zwei weitere Aufrufe zur Demo:

antifagefangenenaufruf_bild_200Aufruf antifaschistischer Gefangener zum 18. März (pdf)
frauenblock_bild_200Aufruf zum Frauenblock (pdf)

Schreibt den Gefangenen aus der Antifa-Bewegung!

Andrea Neff
Bnr: 746/07/2
Justizvollzugsanstalt für Frauen in Berlin
Arkonastraße 56
13189 Berlin

Christian Sümmermann
Bnr: 441/08/5
JVA Plötzensee
Lehrter Str. 61
10557 Berlin

Weitere aktuelle Veranstaltungen in Berlin im Rahmen der Kampagne:

„Freiheit für Christian!“

Kundgebung für die sofortige Freilassung des Berliner Antifaschisten Christian. Dem seit mehreren Monaten inhaftierten Antifaschisten Christian wurde bis jetzt kein Vollzugsplan ausgestellt, was normalerweise jedem Gefangen zusteht. Verschiedene Berliner Gruppen rufen daher für den 06.03.2008 um 15:00 Uhr zu einer Kundgebung vor der Berliner Senatsverwaltung für Justiz (Salzburger Straße 21-25) auf.

„Freiheit für Andrea! – Schreibt den Gefangenen!“

Am selben Tag gibt es um 19:30 Uhr eine Infoveranstaltung in der Bunten Kuh (Bernkastelerstraße 78). In der Infoveranstaltung wird es um die aktuelle Situation von Andrea gehen. Im Anschluß gibt es einen ganz praktischen Workshop zum Thema „Wie schreibe ich politischen Gefangenen?“. Gemeinsam werden Postkarten und Briefe an Andrea und andere politische Gefangene geschrieben. Postkarten in den Knast zu schicken, ist und bleibt ein wirksamer Widerstand gegen die Isolierung der Gefangenen von der Außenwelt. Veranstaltet von Anarchist Black Cross – Berlin (ABC) und der Andrea-Soligruppe.

„Frauen in Abschiebehaft“

Info-Veranstaltung am 07.03.2008 um 19:30 Uhr im „Ausland“ (Lychener Straße 60). Sexuelle Folter, Genitalverstümmelung oder Zwangsheirat sind in vielen Ländern düstere Realität vieler Frauen. Obwohl Politik, Medien und regierungsunabhängige Organisationen der westlichen Welt diese Zustände kritisieren, wird all dies jedoch nicht als Fluchtgrund anerkannt. Wenn es Frauen nach Deutschland schaffen, erwartet sie hier meist ein unsicherer Aufenthaltsstatus, die damit verbundene Schikane durch die Behörden und die mögliche Abschiebung. In den Abschiebeknästen oder den Gefängnissen, in denen sie sich vor der Abschiebung befinden, sind sie meist dem Willen des Wachpersonals vollkommen ausgeliefert. So kam es zum Beispiel von Juli 1998 bis November 1999 in Bremer Abschiebeknästen und im Polizeigewahrsam zu mehreren Vergewaltigungen an Migrantinnen durch einen Beamten. Dies wurde aber erst 2003 öffentlich.
Doch selbst migrantische Frauen mit Aufenthaltsrecht sind meist an den Aufenthaltsstatus ihrer Ehemänner gebunden. Aber auch eine aktive Verweigerung der rassistischen Abschiebepolitik, z.B. in Form von Knastrevolten oder Hungerstreiks, hat es immer wieder gegeben. Eine Vertreterin der Antirassistischen Initiative (ARI) wird über die Verhältnisse von Frauen in Abschiebeknästen und den Widerstand dagegen berichten.

Weitere Termine der Berliner Kampagne findet ihr hier.

Freiheit für Andrea! – Demo am 8. März in Berlin-Pankow

Freiheit fuer AndreaWir dokumentieren den Aufruf für die Knast-Demonstration am Samstag, den 8. März in Berlin. Die Demonstration wird von der Roten Hilfe Greifswald unterstützt. Die Demonstration beginnt um 14 Uhr am U-Bhf. Eberswalder Straße. Am Abend des 8. März wird es zudem eine Soliparty für Andrea in Berlin geben im K9 (Kinzigstr. 9), Beginn: 21.00 Uhr.

Über evtl. Infoveranstaltungen in unserer Region und über gemeinsame Anreisemöglichkeiten zur Demo werden wir euch dann im Februar genauer informieren.

Kontakt zur Andrea-Soligruppe:
http://nea.antifa.de/lokales/8maerz.html
freiheitfuerandrea[ät]riseup.net

Schreibt Andrea in den Knast:
Andrea Neff
Bnr: 746/07/2
Justizvollzugsanstalt für Frauen in Berlin
Arkonastraße 56
13189 Berlin

Soliarbeit braucht Geld:

Rote Hilfe Berlin
Konto: 71 89 590 600
BLZ: 100 200 00
Berliner Bank
Verwendungszweck: Soli Andrea

Hier der Aufruf:


Freiheit für Andrea!

Seit dem 1. Dezember 2007 sitzt unsere Genossin und Freundin Andrea im Knast. Sie hatte den Haftantritt für eine mehrmonatige Haftstrafe verweigert, weshalb LKA-Beamte sie am 1. Dezember während der Proteste gegen einen Naziaufmarsch in Berlin-Rudow verhafteten.

Die ihr vorgeworfenen Delikte klingen lapidar, scheinen für die Staatsanwaltschaft aber eine nunmehr 14monatige Haftstrafe zu rechtfertigen. Angelastet wird ihr das Mitführen eines Pfeffersprays bei den Aktionen gegen das SS-Gebirgsjäger-Treffen im bayrischen Mittenwald, der Besitz von Eiern, die sie während einer Antifa-Aktion bei sich trug oder wegen Vermummung während eines Naziaufmarsches in Berlin-Tegel, Schwarzfahren oder die Besetzung der Ausländer_Innenbehörde Lichtenberg und eines Hauses in Friedrichshain. Nach der Verlegung von Andrea in die Frauen-JVA Pankow wurde sie hier gleich als „Gesinnungstäterin“ begrüßt und ihr wurde versichert, dass „man mit ihr schon fertig werden wird“. Ihre Inhaftierung im Allgemeinen und diesen Versuch der Einschüchterung im Speziellen sehen wir als willkommene Einladung bei Andrea vorbeizuschauen. Darum werden wir ihr am 8. März auch gleich mit einer ganzen Demo einen Knastbesuch abstatten.

Dass wir ausgerechnet am 8. März vor den Frauenknast Pankow ziehen, ist kein Zufall. Wir wollen den internationalen Frauenkampftag nutzen, um unsere Kritik an einer durch und durch patriarchalen Gesellschaft zum Ausdruck zu bringen. Dass wir im „zivilisierten“ Mitteleuropa nur in scheinbarer Gleichberechtigung leben, sollte den meisten klar sein. Schönheitsdogmen, Benachteiligung, Vergewaltigungen, widerwärtige Sprüche, Ausgrenzung… wer als Frau in dieser Gesellschaft groß wird, muss einiges ertragen. Jene Verhältnisse spiegeln sich auch in den Frauenknästen wieder. Durch Sozialisation und Erziehung kümmern sich die meisten Frauen oft mehr um andere Menschen, bekommen dies aber nicht im gleichen Maße zurück. Im Knast sind die Folgen dessen besonders fatal. Frauen erhalten wesentlich weniger Rückhalt und Unterstützung von draußen als männliche Gefangene. Viele Frauen haben beispielsweise durch Ehe(ähnliche)verhältnisse sowie die Doppelbelastung als Mutter und Erwerbstätige nicht immer die Möglichkeit und die Zeit, ein
aktives Umfeld über lange Zeit aufrecht zu erhalten. Dies verschärft die persönliche Isolation der inhaftierten Frauen nur noch mehr. In besonderer Weise trifft dies die vielen migrantischen Gefangenen in der Pankower Frauen-JVA. Sie müssen meist ohne die Unterstützung eines Lebenspartners oder ihrer Familie auskommen, da sich ihre Familien meist noch in ihren Herkunftsländern befinden. Für viele dieser Frauen ist die Inhaftierung im Frauenknast einer der ersten Schritte vor der Verlegung in die Abschiebehaft und somit direkter Bestandteil rassistischer Asylpolitik. Erst Anfang Januar wurde eine hochschwangere Brasilianerin in den Frauenknast Pankow gesperrt, wo ihr nun die Abschiebung droht. Die gesellschaftlichen Zustände in den jeweiligen Herkunftsländern, wie Krieg oder sexuelle Folter, spielen für die deutsche Abschiebemaschinerie dabei keine Rolle.

Wir möchten unseren Würgreflex gegenüber jenem alltäglichen Wahnsinn nicht länger unterdrücken, wenn es doch um so vieles schöner ist, den gesellschaftlichen Verhältnissen einfach mal gekonnt vor die Füße zu kotzen. Wir fordern die Freilassung von Andrea und des ebenfalls inhaftierten Berliner Antifa Christian sowie Freiheit für alle linken und sozialen Gefangenen! Wir haben keinen Bock auf die Scheiße die hier läuft! Wir haben keinen Bock mehr auf Nazis und Sexismus sowie auf Knäste, Abschiebelager und Zwangsanstalten jeder Art. Das Gleiche gilt auch für Bullen, Richter und andere Autoritätsfanatiker. Weg damit – meinen wir! Und weil wir gerade dabei sind und uns die Bekämpfung von Symptomen nicht ausreicht, entsorgen wir den Kapitalismus gleich mit. Seid also am 8. März dabei, wenn es heißt:

Gegen Patriarchat und Repression!
Holt die Antifaschist_Innen aus dem Knast!
Alle Knäste und Zwangsanstalten zu Baulücken!